Urlaubsanekdote .... Meine erste Kabinenfahrt

In diesem Jahr verbrachten wir unseren Urlaub in Meransen, einem Ort in Südtirol. An einem unserer Urlaubstage war eine Hochgebirgswanderung geplant.

 

Dazu wurde beschlossen, daß wir einen Teil der Strecke mit der Kabinenbahn zurücklegen. Sonst hätte ich wahrscheinlich noch das Abendbrot verpaßt!!! Also ging es mit zehn Personen und zwei Hunden in Richtung Gitsch (so heißt der Berg).

Bis dahin gab es noch nichts ungewöhnliches, da unsere Wanderungen meistens mit dem Marsch in Richtung Wald begannen. Nun ging es aber nicht in den Wald! Heute bogen meine Leute früher ab und bezahlten für irgendetwas Eintritt. Wir betraten ein Haus, in dem es schon am Eingang recht merkwürdig zuging. Anka-Hund und ich mußten unter Eisenstangen durchkriechen. Nachdem das geschafft war, kam der eigentliche Clou. Ich sollte in eine Kabinenbahn einsteigen. Das klappte natürlich nicht! Nun wollten mich auch noch Opa und Onkel in dieses Ungeheuer schieben. Da war bei mir der Ofen aus! Mein Herrchen hatte einen dicken Wanderrucksack auf dem Rücken, quetschte sich in dieses Unding von Kabine und lockte mich mit zuckersüßen Worten. Aber ich habe ihn überlistet! Er mußte wieder aussteigen, da die Bahn weiterfuhr und ich noch am Rand stand.

Mein Frauchen muß das alles schon geahnt haben, denn sie hatte sich mit leckerem Käse bewaffnet. Aber auch damit klappte der Einstieg nicht. Das könnt ihr euch ja denken. So leicht laß ich mich nicht hinters Licht führen. Also entschied sich mein Frauchen, alle anderen nach oben zu schicken und mit mir alleine zu bleiben. Das fand ich bis dahin ganz toll.

Anka-Hund machte nicht so ein Theater, sie scheint das Unding schon gekannt zu haben. Nachdem alle weg waren, setzte sich Frauchen mit mir auf die Bank, und wir haben diese Gondeln beobachtet, eine nach der anderen. Alle sind weggefahren - leer oder mit fremden Leuten. Aber als niemand mehr im Raum war, mußte ich wieder ran. Frauchen setzte sich in so eine Gondel und lockte mich mit Käse. Hmm, der roch wunderbar und verführte mich, bis an den Rand der Bahn zu gehen. Aber als ich dort war, bewegte sich dieses Ding. Es fuhr ganz langsam weiter. Ich zuckte natürlich blitzschnell zurück, ich bin doch nicht lebensmüde!! Ha, und siehe da, auch Frauchen stieg wieder aus. Da war ich aber froh.

Nun ging das Spiel von vorne los, vielleicht zehnmal oder mehr. Frauchen hatte an diesem Tag erstaunlich viel Geduld und schimpfte überhaupt nicht mit mir. Ich bekam sogar auf dem Bahnsteig ein Stückchen Käse. Ich fand das wirklich nett und wollte auch gern in diese Kabine einsteigen. Aber jedesmal, wenn ich Anstalten machte mich da rein zu bewegen, fuhr die Gondel weg!

Inzwischen kam der Fahrkartenverkäufer, der das Geschehen offensichtlich beobachtet hatte, zu uns und wollte helfen. Frauchen hat ihn gefragt, ob er eine der Kabinen anhalten könne, damit ich ordentlich einsteigen kann. Das hat er gern getan.

Also saß Frauchen wieder in einem dieser Dinger und legte etliche schöne große Käsestücke aus. Sie stieg komischerweise auch nicht wieder aus. Was sollte ich nun machen? Ich habe mich also herangepirscht - oh, das roch herrlich! - und dann ein kleiner Satz, und ich war drin. Herrchen hatte Sorge, daß wir nicht mit wandern kommen würden, und hat sich telefonisch erkundigt, ob wir schon eingestiegen waren. Natürlich waren wir, was für eine Frage!

So eine Kabine ist allerdings nicht für einen Slovensky Cuvac konstruiert. Sie ist ganz schön eng. Die Fahrt war trotzdem wunderbar, man hatte einen fantastischen Überblick. Die Kühe wirkten wie Spielzeug und überhaupt nicht bedrohlich wie sonst. Als wir nach zwölfminütiger Fahrt oben waren, war die Freude groß.

Flok Bär vom Wolfshorn mit seiner Familie
 

Herrchen hat uns schon am Ausgang in Empfang genommen, und dann konnte ich alle anderen (nun inzwischen nach einer ganzen Stunde!) auch begrüßen. Anka-Hund hat mich angelacht (oder ausgelacht?). Ich bin herumgehüpft wie ein junges Reh, und alle haben mich gelobt und geknuddelt.

Der Tag war dann doch noch sehr schön. Also dann bis zum nächsten Mal!

Euer Flok Bär vom Wolfshorn!

Wir danken der Frau Kirsten Eggenhofer für die freundliche Überlassung dieses Textes!